20. Dezember 2009, 12:23 Uhr, kaiDer mir doch unbekannte Käfer KarlHeute, oh Schreck…ich sitze mal wieder viel zu lange vor meinen Rechnern und betrachte die Welt des Internets.
Wir haben zehn Minuten vor zwei und um Punkt zwei sollte spätestens meine Stempelkarte in der dafür vorgesehenen Stempeluhr stecken.
Also, ich springe schnell auf, ziehe meine mittlerweile gegen Ende der Arbeitswoche doch recht schmutzige und nach Öl riechende Arbeitskleidung an.
Ein spitzer Deo unter die Achseln und ab zur Haustüre raus, die ich weiß gar nicht so genau, ca. 15 Stufen zur Haustür hinab ich stürze.
(Morgen werde ich sie das erste Mal in fünf doch ich hier wohnenden Jahren, das erste mal zählen…“grins“)
Türe auf, der doch recht kalte Regen begrüßt mich unverhofft und ziemlich beeindruckend, schnell werde ich sehr nass, obwohl ich doch keine zehn Meter zum VW-Bus habe.
Ich ziehe meinen Schlüssel und öffne rasch die Bustüre.
Als ich gerade einsteige bemerke ziemlich unbewusst, im linken Augenwinkel wie ein recht kleiner Käfer mit mir den Innenraum des Busses betritt.
Von meiner eile gedrängt, machte ich mir vorerst keine weiteren Gedanken über das verbleiben meines Trampers und über mich.
Ich steckte den Schlüssel in das für ihn vorgesehene Zündschloss und startete den Wagen.
Fuß auf die Kupplung und da sah ich ihn, den noch ungetauften Käfer, der ab jetzt heißt Käfer Karl.
Oh Schreck, habe ich ihn jetzt platt gemacht unter dem Kupplungspedal???
Ich dachte augenblicklich an den kleinen Prinzen:
'Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen.'
Doch, er lebt, oh wie schön!
Die Reise kann beginnen und ich fuhr los in Richtung meines Arbeitsplatzes.
Dort angekommen öffnete ich vorsichtig, wie ich doch bin, meine Wagentür und stieg langsam und behaglich hinaus.
Jetzt ließ ich mein Herz erst mal kräftig atmen um zu sehen wo den sich der kleine Käfer Karl sich derzeit befindet.
Die Freude war sehr groß, ich sah in besinnlich im Fußraum sitzen und er ist letztendlich doch sehr heile an seinem doch sehr unbekannten Reiseziel angekommen.
Ich streckte meine Hand in Richtung Käfer Karl, er hatte zum Glück keine Angst und ist auf sie hinauf gestiegen.
Auf einmal hatte ich die Zeit für mich vergessen und ich trug ihn sehr vorsichtig in Richtung der feuchten und sehr lebendig erscheinenden Natur.
Ich setzte ihn auf einem der Grashalme nieder, es kam mir so vor als ob er sich durch ein leichtes zucken seines Körpers für die, für ihn doch recht abenteuerliche Reise bedankte.
So, nun konnte ich meinem Arbeitstag mit einem guten Gefühl im Herzen starten.
Ich bin an diesem besagten Tag nicht zu spät zur Arbeit erschienen…
Kai im Juni
siebenkaes | 02. Juni 2006, 11:28 Uhr |
Epiphanius | 03. Juni 2006, 00:33 Uhr | http://epiphanius.worbeitrag.net
Kai | 05. Juni 2006, 23:07 Uhr |
Deine Geschichte wirkt wie das Erblicken eines Käferchen namens Karl - man hält inne, liest, denkt nach & freut sich! Vielen Dank!
Liebe Grüsse
Alexa alexa | 26. Juni 2006, 19:58 Uhr | http://alexa.wortbeitrag.net
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